Flugminute
oder ein Großvater versetzt sich in seine Enkelin
Eigentlich hat der Tag ganz gut angefangen. Erst die linke Brust ausgetrunken, dann nur so zum Spaß noch ein paar Schlückchen von der rechten und dann war ich geschafft. Aber ich sollte ja noch Bäuerchen machen. Komische Bezeichnung für aufstoßen, also rülpsen. Papa legt mich dazu über die rechte, Mama über die linke Schulter. Für sie ist rechts sowieso das andere links und mir ist das egal. Ich rülpse wenn ich muss und wann ich will. Also brav aufgestoßen und dann bin ich mit meinem Lieblingsbär nochmal weggepennt. Schnauze an Schnauze sozusagen. Wir fühlten uns wohl.
Und dann kam Oma!
Oma nahm mich hoch, nicht vertikal, sondern horizontal. Ein Manöver, von dem mir mein Wickeltischkumpel erzählt hat: Wenn du Pech hast, kommt der Fliegergriff, hat er gesagt. Jetzt liege ich auf Omas Unterarmen, bäuchlings. Sie will zur Nachbarin und ich muss mit. Oma fällt in einen forcierten Schritt. Der Boden unter mir schwebt davon…. Kurvenlage, Fliehkraft, ich fühle mich wie ein Wackeldackel. Oma pfeift dazu fröhlich vor sich hin und ich auf dem letzten Loch. Hab Flugzeuge in meinem Bauch. Von wegen Grönemeyer…
mir wird schlecht. Wenn das nicht sofort aufhört, spucke ich ihr Sauermilch vor die Füße.
Das mit dem Kotzen habe ich dann prima hinbekommen und die hintere Düse ist auch aufgegangen, kein Wunder bei dem Druck. Also ein voller Erfolg auf beiden Ebenen. Oma und die Nachbarin nähern ihre Gesichter meinem Hintern, rümpfen einhellig die Nasen und starten das volle Programm. Klamotten runter, Badewanne… so ähnlich stelle ich mir eine Dekontamination vor. Jetzt liege ich entspannt und frisch verpackt mit meinem Lieblingsbär Schnauze an Schnauze und denke mir: beim nächsten Fliegergriff sprenge ich die Dichtung. Das kann ich noch besser, Kleinigkeit.

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