Was ist Das? Ein Spiel mit Farben und Formen.
Das sind abstrakte Fotos, ja. Aber was könnten sie darstellen?
Wasser (H2O) ist ein besonderes Medium und gilt als universelles Lösungsmittel. Ohne tief in die Chemie einzusteigen, sind zwei sich bedingende Eigenschaften besonders erwähnenswert.
1.: die Polarität, bedingt durch unterschiedliche Teilladungen der Wasserstoffatome und des Sauerstoffatoms.
2.: die Oberflächenspannung, resultierend aus den Anziehungskräften der polaren Wassermoleküle.
Wasser als Dipol ist also eine polare Flüssigkeit und mischt sich nicht mit unpolaren Flüssigkeiten. Anders ausgedrückt heißt das; Öl ist hydrophob, löst sich somit nicht in Wasser und schwimmt aufgrund der geringeren Dichte an der Oberfläche.
Das sind die Grundlagen für das folgende Fotoexperiment in meinem Studio.
Auf ein paar gestapelte Gläser habe ich eine lichtdurchlässige Acrylplatte als Diffusor gelegt und auf diese Basis eine Glasschüssel gestellt. Auf diese Weise hat man Platz darunter, kann von unten beleuchten und verschiedenfarbige Kartons oder ähnliches zur Farbgestaltung einsetzen. Mit Flächenleuchten und auch Taschenlampen wird das Licht nach oben geleitet. Kamera und Makroobjektiv wurden auf dem Stativ befestigt und mit etwa 20cm Abstand über dem Becken montiert. Diesen Aufbau muss man natürlich an die eigenen Platzverhältnisse und an seine Ausrüstung anpassen. Gewünscht ist eine geringe Schärfentiefe, deshalb habe ich im Modus M, Blende 2,8 – 4 bei ISO 200-500 fotografiert. Das hängt von den jeweiligen Lichtquellen ab. Weil die Kamera auf der Wasseroberfläche keinen Fokuspunkt finden kann, habe ich auf einen Papierschnipsel ein Kreuz gemalt, auf die Wasseroberfläche gelegt und manuell fokussiert. Jetzt gibt man langsam und vorsichtig einen Teelöffel Öl auf das Wasser. Weniger ist hierbei mehr, aber das ist Geschmackssache. Baby Öl eignet sich sehr gut, weil es im Gegensatz zu anderen Ölen keine Verunreinigungen hat und vor allem farblos ist. Nun entstehen mehr oder weniger große Ölblasen, die man mit einem Holzstäbchen, je nach persönlichem Empfinden, verschieben und eventuell sogar anordnen kann. Oder man überlässt es einfach den Adhäsionskräften und schaut den unterschiedlich großen, fluktuierenden und verschmelzenden Ölbläschen zu und löst im geeigneten Moment mittels Kabelauslöser aus.
In kurzer Zeit hat man einige Fotos auf der Speicherkarte. Man muss das Wasser wechseln, ändert die Farbgebung, setzt das Licht anders, oder verwendet mal etwas mehr Öl. Trotz des relativ geringen Aufwandes
sind die Gestaltungsmöglichkeiten vielfältig und auch wenn diese Art der Fotografie nicht neu ist, ist das kreative Spiel mit diesen zwei gegensätzlichen Flüssigkeiten doch sehr kurzweilig und interessante Fotos sind der Lohn.
Die für mich besten Abschnitte der Fotos habe ich in der Bildbearbeitung verfeinert. Ich wünsche für einen eventuellen Versuch in der Öl Wasser Fotografie viel Spaß und Erfolg.










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